Erfolgreiche Evaluierung und Etablierung einer hochauflösenden LC-MS/MS Lösung für simultane qualitative und semi-quantitative Ergebnisse
Erfolgreiche Evaluierung und Etablierung einer hochauflösenden LC-MS/MS Lösung für simultane qualitative und semi-quantitative Ergebnisse
Das initiale Screening von Blut- oder Urinproben ist essenziell für das weitere Vorgehen in einem forensisch-toxikologischen Fall. Historisch gesehen wurden dafür vor allem Immunoassays und/oder datenbankbasierte flüssig- (LC)- oder gaschromatographische (GC)-Massenspektrometrie (MS) Urinscreenings verwendet. Manche dieser bewährten Methoden werden jedoch nicht mehr unterstützt. Zudem hat die LC-MS/MS-Entwicklung in der Zwischenzeit grosse technische Fortschritte gemacht, insbesondere im Bereich der hochauflösenden (HR) Massenspektrometrie. Die Implementierung neuer Screening-Verfahren ist oft zeit- und kostenintensiv. Durch die erfolgreiche Evaluierung eines kommerziellen LC-HR-MS/MS-Systems für Blutproben wurde dieser Vorgang nun erleichtert. Im Blut sind Analyten zwar oft tiefer konzentriert und kürzer nachweisbar als im Urin, jedoch ermöglicht die Verwendung dieser Matrix eine gleichzeitige Semi-Quantifizierung. Das neue Screeningverfahren kann nun über 2000 Drogen und Arzneimittel nachweisen. Zusätzlich bietet die Verwendung hochauflösender Massenspektrometrie die Möglichkeit, bereits gemessene Proben retrospektiv auszuwerten, z.B. wenn sich Hinweise auf sogenannte neue psychoaktive Substanzen (NPS) ergeben. Anhand von 500 authentischen Fallproben konnten wir zeigen, dass das etablierte LC-MR-MS/MS-Screening im Blut ebenso gut performt wie die bisherige Kombination aus Immunoassay und Urinscreening.
Insgesamt zeigt unsere Studie, dass das kommerzielle, hochauflösende Blut-Screening-System eine effiziente und vielseitige Alternative zu bestehenden Verfahren darstellt, ohne aufwendige Optimierungen zu erfordern. Es vereint umfassendes Screening, semiquantitative Analysen sowie die Möglichkeit zur nachträglichen Auswertung neuer Analyten und eignet sich damit gleichermassen für die Routinediagnostik und die Forschung.